Berechnungen des TCS zeigen: Fährt man sein Auto länger als drei Jahre, lässt sich viel Geld sparen.
Der Zeitpunkt für einen Autokauf scheint günstig, denn Neuwagen wurden dieses Jahr billiger. Der Branchendienst Eurotaxglass’s stellte fest: Dieses Jahr senkten die Importeure ihre Listenpreise teils massiv. VW-Tochter Audi reduzierte die Preise zum Beispiel seit Anfang Jahr im Schnitt um 11 Prozent, Volvo um 10,5 Prozent. Auch die Fiat-Gruppe mit den Marken Alfa Romeo, Fiat, Lancia und Jeep hat ihre Listenpreise im Schnitt um rund 9 Prozent gesenkt. Soll man jetzt das Auto wechseln? K-Geld wollte es genau wissen und hat mit dem Touring Club Schweiz (TCS) die Gesamtkosten von drei Automodellen verglichen. Annahme: Ein Autofahrer kauft nach nur einem Jahr das Nachfolgemodell oder wartet jeweils 3, 5 oder 8 Jahre. Der Kostenvergleich basiert auf Autos aus den drei Kategorien Kleinwagen, Mittelklassekombi und Sports Utility Vehicles (SUV/Geländewagen) und ihren Nachfolgemodellen. Die Verkaufspreise richten sich nach den Tabellen des Autobewerters Eurotaxglass’s. Die Unterhalts- und Servicekosten hat derTCS erhoben unter der Annahme, dass der Besitzer mit dem Auto sorgfältig umgeht (siehe Box). Resultat: Es lohnt sich, sein Auto mindestens drei Jahre oder noch länger zu behalten. Beispiel: Der Besitzer des VW Polo Trendline behält sein Auto nur ein Jahr. Seine Gesamtkosten betragen für diese kurze Haltedauer 12 916 Franken (siehe Tabelle). Wer den VW Polo hingegen drei Jahre lang fährt, zahlt jährlich nur noch 8809 Franken. Ersparnis: rund 4100 Franken. Auch beim Mittelklasse- Kombi Skoda Oc tavia macht sich eine lange Haltedauer bezahlt: Wer das Auto acht Jahre fährt, spart jährlich 7450 Franken gegenüber dem Viel-Wechsler, der jedes Jahr auf das neuste Modell umsattelt. Happig sind die Einsparungen beim Geländewagen Audi Q5. Wer dieses Auto acht lange Jahre fährt, spart enorm viel Geld im Vergleich zum Viel-Wechsler: Sein Kostenvorteil beträgt über 16 400 Franken pro Jahr.
Wertverlust ist bei teuren Autos sehr hoch
Aber wie lassen sich die viel höheren Jahreskosten bei häufigem Autowechsel erklären? Rund zwei Drittel der gesamten Autokosten sind fix. Es spielt somit keine Rolle, wie viel man pro Jahr fährt. Zu den Fixkosten zählen Verkehrs steuern, Garage, Fahrzeugpflege und Nebenkosten. Nur ein Drittel der gesamten Autokosten sind variable Kosten wie zum Beispiel Treibstoff, Service und Abschreibungen. Und: Vor allem der Wertverlust bzw. die Abschreibungen sind in den ersten Jahren nach dem Kauf hoch: Ein Neuwagen verliert im Schnitt nach nur drei Jahren rund 40 Prozent an Wert. Sehr teure Wagen – wie beispielsweise der Audi Q5 – verlieren hingegen schon ein Jahr nach dem Kauf rund 40 Prozent an Wert. Fazit: Besonders bei teuren Wagen mit hohem Wertverlust in den ersten Jahren nach dem Kauf macht sich eine lange Haltedauer doppelt bezahlt.